Ratgeber · Stand November 2026 · nur für Ihre eigenen Konten

Alte Konten finden und löschen: So spüren Sie vergessene Accounts auf

Das Forum von 2012, der Shop für ein einziges Geschenk, das Netzwerk, das niemand mehr nutzt: Viele dieser Konten gibt es noch. Manche zeigen Ihren Namen oder ein altes Profilbild öffentlich, und jedes ist ein Konto mehr, dessen Daten bei einem Datenleck auftauchen können. Die meisten finden Sie in einer Stunde wieder.

Fünf Stellen, an denen alte Konten Spuren hinterlassen

  1. Ihr E-Mail-Postfach

    Fast jede Registrierung beginnt mit einer Mail. Suchen Sie in allen Postfächern, die Sie je hatten, nach Wörtern wie „Willkommen“, „Registrierung“, „Bestätigen Sie“, „Konto aktivieren“, „Passwort zurücksetzen“ und „Newsletter“, auch auf Englisch („welcome“, „verify“, „your account“). Sehen Sie auch im Spam- und im Archivordner nach. Notieren Sie jeden Absender, der nach einem Konto aussieht.

  2. Passwortspeicher und Browser

    Ihr Browser oder Passwortmanager kennt oft Seiten, die Sie längst vergessen haben. Die Liste der gespeicherten Passwörter finden Sie in den Einstellungen des Browsers unter „Passwörter“ oder im Passwortmanager selbst. Jede Adresse dort war einmal ein Konto.

  3. „Anmelden mit Google“

    Haben Sie sich irgendwo mit Ihrem Google-Konto angemeldet, steht das unter myaccount.google.com/linkedapps und dort unter „Über Google anmelden“. Wählen Sie den Dienst, dann „Details ansehen“, dann trennen Sie die Verbindung (englisch „Stop using Sign in with Google“). Das Konto bei dem Dienst und Ihre Daten dort bleiben aber bestehen, die löschen Sie dort getrennt.

  4. „Mit Apple anmelden“

    Auf dem iPhone: Einstellungen, Ihr Name, „Mit Apple anmelden“. Im Browser: account.apple.com, „Anmeldung und Sicherheit“, „Mit Apple anmelden“. Haben Sie dabei „E-Mail-Adresse verbergen“ genutzt, kommen die Mails über eine Weiterleitungsadresse. Diese Konten finden Sie deshalb nicht über die Suche in Schritt 1, sondern nur hier. Auch hier gilt: Die Verbindung zu trennen löscht das Konto beim Anbieter nicht.

  5. Die Suche nach Ihrem Namen und alten Nutzernamen

    Suchen Sie nach Ihrem Namen zusammen mit früheren Nutzernamen, Spitznamen und alten E-Mail-Adressen, jeweils in Anführungszeichen. Alte Forenbeiträge und Profile tauchen so oft wieder auf. Wie Sie dabei vorgehen, steht in der kostenlosen Checkliste.

Bei Facebook, Instagram und anderen Netzwerken gibt es außerdem eine Liste der Apps und Websites, bei denen Sie sich mit dem Netzwerk angemeldet haben. Sie liegt in den Einstellungen zu Sicherheit oder Konto. Die Bezeichnungen ändern sich häufig, deshalb nennen wir hier keinen festen Menüpfad. Auch bei Google und Apple geben wir die Menünamen sinngemäß an, geprüft am 04.11.2026 auf den englischen Hilfeseiten.

War eine Ihrer Adressen in einem Datenleck?

Der Dienst „Have I Been Pwned“ (haveibeenpwned.com, betrieben aus Australien) zeigt, in welchen bekannt gewordenen Datenlecks eine E-Mail-Adresse vorkommt. Nach seiner Datenschutzerklärung speichert er die gesuchte Adresse nicht, Serverprotokolle mit IP-Adresse bewahrt er aber bis zu 31 Tage auf. Prüfen Sie nur Ihre eigenen Adressen. Jeder Treffer nennt den Dienst, bei dem Sie ein Konto hatten. Das ist oft der schnellste Hinweis auf ein vergessenes Konto. Ändern Sie dort und überall, wo Sie dasselbe Passwort genutzt haben, das Passwort.

Das Konto löschen lassen

  1. Zuerst selbst versuchen

    Melden Sie sich an, notfalls über „Passwort vergessen“, und suchen Sie in den Einstellungen nach „Konto löschen“, „Konto schließen“ oder „Account deaktivieren“. Achten Sie auf den Unterschied: Deaktivieren versteckt das Konto oft nur, Löschen entfernt es. Sichern Sie vorher, was Sie behalten möchten, zum Beispiel Rechnungen oder Fotos.

  2. Kein Zugang mehr? Schriftlich verlangen

    Kommen Sie nicht mehr hinein, weil die alte Mailadresse nicht mehr existiert, schreiben Sie an die Datenschutz-Adresse aus dem Impressum oder der Datenschutzerklärung. Sie können die Löschung Ihrer Daten verlangen, wenn sie für den Zweck nicht mehr nötig sind oder Sie Ihre Einwilligung widerrufen (Art. 17 DSGVO). Nennen Sie Nutzername, die damals verwendete Adresse und ungefähr das Jahr der Anmeldung. Der Anbieter darf nachfragen, wenn er zweifelt, ob Sie wirklich die Person hinter dem Konto sind (Art. 12 Abs. 6 DSGVO). Rechnen Sie also damit, dass er einen Nachweis verlangt.

  3. Frist im Blick behalten

    Der Anbieter muss in der Regel innerhalb eines Monats antworten (Art. 12 Abs. 3 DSGVO). Kommt nichts, erinnern Sie einmal mit Frist. Danach bleibt die Beschwerde bei der Datenschutzaufsicht (Art. 77 DSGVO). Wie das geht, steht auf der Seite zur Auskunft bei Datenhändlern, die Schritte sind dieselben.

  4. Nach einigen Wochen nachsehen

    Suchen Sie das alte Profil noch einmal. Steht es in Suchmaschinen weiter als Vorschau, obwohl es gelöscht ist, verschwindet das meist von selbst. Sonst hilft der Weg über die Entfernung veralteter Suchergebnisse.

Grenzen, die Sie kennen sollten

  • Rechnungen und Bestellungen: Shops müssen Buchungsbelege oft mehrere Jahre aufbewahren. Das Konto kann verschwinden, diese Daten bleiben gesperrt bis zum Ende der Frist.
  • Beiträge in Foren: Manche Foren löschen das Konto, lassen Beiträge aber unter „Gast“ oder „gelöschter Nutzer“ stehen. Wollen Sie bestimmte Beiträge weghaben, nennen Sie sie im Schreiben ausdrücklich.
  • Den Dienst gibt es nicht mehr: Ist der Betreiber verschwunden, bleibt nur der Weg über Suchmaschine und Archiv. Prüfen Sie, ob die Inhalte überhaupt noch irgendwo stehen, bevor Sie Zeit investieren.
  • Kostenpflichtige „Konto-Finder“: Dienste, die Ihr Postfach für Sie durchsuchen, bekommen Zugriff auf alle Ihre Mails. Die Suche aus Schritt 1 schaffen Sie selbst, ohne jemandem Ihr Postfach zu öffnen.
Nutzt jemand ein altes Konto von Ihnen oder gibt sich als Sie aus? Melden Sie das Profil über den Meldeweg der Plattform als Identitätsmissbrauch und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Beratung gibt es zum Beispiel bei HateAid oder der Verbraucherzentrale. Im Notfall wählen Sie 110.

Den Überblick behalten

Alte Konten sind nur ein Teil Ihrer Spuren im Netz. Die kostenlose Checkliste zeigt alle zehn Stellen, an denen Sie suchen sollten. Selfscope ergänzt sie um einen Suchplan, Mustertexte für Löschung und Auskunft und ein Fundprotokoll für Ihren Browser, das die Fristen ausrechnet.

Selfscope ansehen Gratis-Checkliste

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Wir stellen keine Anträge für Sie und können nicht zusagen, dass ein Konto oder Beitrag verschwindet; das entscheiden Anbieter, Aufsichtsbehörde oder ein Gericht.