Ratgeber · Stand November 2026 · nur für Angaben über Sie selbst

Was wissen ChatGPT und andere KI-Assistenten über mich?

Immer mehr Menschen fragen nicht mehr eine Suchmaschine, sondern einen KI-Assistenten. Was antwortet er, wenn jemand Ihren Namen eingibt? Das lässt sich in einer halben Stunde prüfen. Ist eine Antwort falsch oder zu persönlich, gibt es kostenlose Wege: beim Anbieter des Assistenten und vor allem bei den Quellen, aus denen er schöpft.

Woher ein Assistent etwas über Sie weiß

Ein KI-Assistent hat zwei Quellen. Das Trainingswissen stammt aus Texten, mit denen das Sprachmodell vor seiner Veröffentlichung trainiert wurde, darunter öffentlich zugängliche Webseiten. Die Websuche holt bei vielen Fragen aktuelle Treffer aus dem Internet und nennt sie als Quellen. Bei bekannten Personen weiß ein Assistent oft viel, bei den meisten Menschen wenig oder nichts. Dann rät er manchmal und erfindet Angaben, die plausibel klingen, aber falsch sind.

In fünf Schritten prüfen

  1. Assistenten auswählen

    Prüfen Sie die verbreiteten Assistenten: ChatGPT, Google Gemini (und die KI-Übersicht in der Google-Suche), Microsoft Copilot, Meta AI in WhatsApp oder Instagram und Perplexity. Nutzen Sie, wo es geht, ein privates Fenster ohne Anmeldung. So sehen Sie ungefähr, was auch Fremde sehen.

  2. Neutral fragen

    Fragen Sie: „Wer ist [Vorname Nachname] aus [Ort]?“ und „Was ist über [Vorname Nachname], [Beruf], bekannt?“. Fragen Sie auch mit früheren Namen und mit Ihrem Arbeitgeber. Geben Sie dabei keine Angaben ein, die bisher nicht öffentlich sind, etwa Ihre Adresse oder Telefonnummer.

  3. Quellen ansehen

    Viele Antworten nennen Links. Öffnen Sie sie: Dort steht, woher die Angabe kommt. Das ist der wichtigste Hinweis für den nächsten Schritt.

  4. Antworten festhalten

    Machen Sie ein Bildschirmfoto jeder Antwort mit Datum, Assistent und genauer Frage. Antworten ändern sich bei jeder Anfrage. Ohne Beleg lässt sich später schwer zeigen, was der Assistent gesagt hat.

  5. Einordnen

    Ist die Angabe richtig und harmlos, ist nichts zu tun. Ist sie richtig, aber stört sie Sie, gehen Sie an die Quelle. Ist sie falsch, schreiben Sie zusätzlich an den Anbieter des Assistenten.

Zuerst an die Quelle

ChatGPT, Gemini und Copilot stützen viele Antworten auf aktuelle Suchergebnisse. Verschwindet eine Angabe von der Quelle oder aus der Suche, taucht sie deshalb meist auch in diesen Antworten seltener auf. Eine Zusage der Anbieter dafür gibt es nicht. Löschen Sie, was Sie selbst eingestellt haben. Bitten Sie den Betreiber einer Seite um Löschung nach Art. 17 DSGVO oder um Berichtigung nach Art. 16 DSGVO. Bleibt die Seite stehen, kann eine Auslistung bei der Suchmaschine helfen: Suchergebnis zum eigenen Namen entfernen lassen. Das Trainingswissen ändert sich dadurch nicht sofort, sondern erst mit späteren Modellen, wenn überhaupt.

An den Anbieter des Assistenten

Die Anbieter verarbeiten personenbezogene Daten und müssen die Rechte aus der DSGVO beachten, auch gegenüber Menschen, die den Assistenten selbst nie benutzt haben. Sie können verlangen:

  • Auskunft, welche Daten über Sie verarbeitet werden (Art. 15 DSGVO).
  • Berichtigung falscher Angaben (Art. 16 DSGVO). Daten müssen sachlich richtig sein (Art. 5 Abs. 1 Buchst. d DSGVO). Die europäischen Datenschutzbehörden haben 2024 festgehalten, dass ein Warnhinweis auf mögliche Fehler diese Pflicht nicht ersetzt.
  • Löschung (Art. 17 DSGVO) und Widerspruch gegen die Verarbeitung (Art. 21 DSGVO), etwa gegen die Nutzung für das Training.

Die Wege bei den einzelnen Anbietern:

  • ChatGPT (OpenAI): Im Datenschutzportal privacy.openai.com gibt es den Antrag „Remove my personal data from ChatGPT responses“, auch für Menschen ohne Konto, dazu Auskunft und den Widerspruch gegen das Training („Do not train on my content“). OpenAI verlangt Beispiele (Frage, Antwort oder Link), eine Begründung und einen Identitätsnachweis. Nach eigener Angabe sorgt OpenAI bei Erfolg dafür, dass die Angabe künftig nicht mehr erscheint; eine Berichtigung im Modell sagt es nicht zu. Berichtigung lässt sich über dasselbe Portal oder dsar@openai.com beantragen. Verantwortlich in der EU ist OpenAI Ireland Limited, Dublin.
  • Gemini (Google): Google bietet im Formular für rechtliche Anliegen (support.google.com/legal) einen Weg, der Verarbeitung zu widersprechen oder falsche Angaben in Gemini-Antworten berichtigen zu lassen. In der App selbst können Sie eine Antwort über das Menü unter der Antwort als rechtliches Problem melden. Verantwortlich ist Google Ireland Limited.
  • Copilot (Microsoft): Anfragen nach der DSGVO stellen Sie über das Datenschutz-Dashboard Ihres Microsoft-Kontos oder das Datenschutz-Formular von Microsoft (aka.ms/privacyresponse). Ansprechpartner in der EU ist Microsoft Ireland Operations Ltd., Dublin.
  • Meta AI: Meta hat im Hilfebereich ein Formular für Menschen, deren Angaben in Antworten von Meta AI auftauchen. Meta prüft dort Meldungen zu einer konkreten Antwort, mit Frage und Bildschirmfoto, und erfüllt Anträge nach eigener Angabe nicht automatisch.
  • Perplexity: Datenschutzanfragen gehen über das Formular, das in der Datenschutzerklärung von Perplexity verlinkt ist. Vertreter in der EU ist VeraSafe Ireland Ltd.

Die Anbieter müssen in der Regel innerhalb eines Monats antworten (Art. 12 Abs. 3 DSGVO). Rechnen Sie damit, dass ein Anbieter eine falsche Angabe nicht im Modell berichtigt, sondern Antworten zu Ihrem Namen sperrt oder filtert. Antwortet ein Anbieter nicht oder ungenügend, können Sie sich bei einer Datenschutzaufsichtsbehörde beschweren (Art. 77 DSGVO), auch bei der Behörde Ihres Bundeslandes.

Wenn Sie den Assistenten selbst nutzen

Was Sie in einen Assistenten eingeben, kann je nach Einstellung für das Training verwendet werden. Prüfen Sie in den Einstellungen Ihres Kontos, ob Ihre Unterhaltungen zur Verbesserung der Modelle genutzt werden dürfen, und schalten Sie das bei Bedarf ab: bei ChatGPT unter den Datenkontrollen („Das Modell für alle verbessern“), bei Gemini über die Gemini-Apps-Aktivitäten, bei Copilot in den Datenschutz-Einstellungen des Profils (Training mit Unterhaltungen). Die Bezeichnungen ändern sich gelegentlich. Erzählen Sie dem Assistenten nichts über sich, was nicht öffentlich werden soll.

Verbreitet ein Assistent ehrverletzende Behauptungen über Sie, oder werden Sie bedroht oder verfolgt? Dann wenden Sie sich bitte an eine Beratungsstelle oder die Polizei, zum Beispiel an HateAid (Beratung bei digitaler Gewalt) oder den Weissen Ring (Opfer-Telefon 116 006). Im Notfall wählen Sie 110.

Den Überblick behalten

KI-Assistenten zeigen oft, was ohnehin über Sie im Netz steht. Die kostenlose Checkliste führt Sie zu diesen Quellen. Selfscope ergänzt sie um einen Suchplan, Mustertexte für Auskunft, Löschung und Auslistung und ein Fundprotokoll für Ihren Browser, das die Fristen ausrechnet. Ihre Funde bleiben dabei auf Ihrem Gerät.

Selfscope ansehen Gratis-Checkliste

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Wir schreiben nicht für Sie an Anbieter, Betreiber oder Suchmaschinen und können nicht zusagen, dass eine Angabe berichtigt oder entfernt wird. Das entscheiden der Anbieter, der Betreiber, die Aufsichtsbehörde oder ein Gericht. Die Wege der Anbieter haben wir im November 2026 auf deren Seiten nachgelesen; sie können sich ändern.